Allgemeine Therapie

Wie wird Neurodermitis behandelt?

Eine vollständige Heilung der Neurodermitis ist bisher nicht möglich. Dies hängt mit der Vielzahl an Faktoren zusammen, die bei der Entstehung der Krankheit eine Rolle spielen und eine Bekämpfung der Ursachen äußerst schwierig machen. Vor allem kann man die natürliche Veranlagung nicht einfach „ausschalten“. Doch es gelingt immer besser, die Symptome durch eine Kombination verschiedener Maßnahmen gut in den Griff zu bekommen.

Die Therapie der Neurodermitis besteht heute aus:

  • Vorbeugenden Maßnahmen (Vermeidung von Provokationsfaktoren).
  • Einer konsequenten Basistherapie (tägliches Eincremen der Haut mit geeigneten Pflegeprodukten).
  • Der Behandlung akuter Ekzeme mit entzündungshemmenden Wirkstoffen.
  • Bei Patienten mit einer stärkeren Ausprägung der Erkrankung können mit einer proaktiven Therapie Ekzemschübe verhindert werden.
  • Bei Patienten mit schweren Symptomen, die mit einer äußeren Behandlung nicht kontrolliert werden können, wird zusätzlich eine systemische Therapie durchgeführt.

Prävention (Vorbeugung)

Individuell bekannte Provokationsfaktoren, die die Neurodermitis verschlimmern, sollten soweit wie möglich gemieden werden. Dazu gehören z. B.:

  • Allergene in der Luft (z. B. Pollen, Tierhaare, Hausstaubmilben bzw. deren Kot)
  • Bestimmte Umwelteinflüsse, wie trockene Raumluft, mechanische Reizungen der Haut (z. B. durch Textilien) oder Nahrungsmittel
  • Emotionale Belastungen wie Stress in Beruf oder Freizeit
  • Infektionen durch Bakterien, Viren oder Pilze

Eine der wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen ist die Kratzprävention: Kurze Fingernägel, dünne Baumwollhandschuhe oder der Einsatz von ablenkenden Maßnahmen wie „Juckbrettern“ oder Stressbällen können Neurodermitis-Patienten helfen, sich vom Juckreiz abzulenken und den typischen Juck-Kratz-Teufelskreis zu durchbrechen.

Kurz geschnittene Fingernägel sind eine wirksame Maßnahme, um Verletzungen durch Kratzen vorzubeugen

Behandlung mit Medikamenten

1. Stufe: Wirkstofffreie Basistherapie

Neurodermitis-Haut verliert unablässig Wasser und Lipide, da die Barriere gestört ist. Eine Basistherapie mit wirkstofffreien Pflegecremes, Salben und Ölbädern gibt der Haut das zurück, was sie verliert und hilft so, die natürliche Barrierefunktion wiederherzustellen. So erhält die Basispflege die Hautfeuchtigkeit und hilft, Krankheitsschübe in Grenzen zu halten bzw. zu verhindern. Die Basistherapie wird jeden Tag – auch während schubfreien Zeiten – durchgeführt. Bei einer leichten Ausprägung der Neurodermitis kann schon eine alleinige konsequente Basistherapie ausreichen, um die Symptome in Schach zu halten.
Die Pflegeprodukte sollten dabei idealerweise keine Duft-, Farb- oder Konservierungsstoffe enthalten.

2. Stufe: Entzündungshemmende, medikamentöse Therapie

Während Neurodermitis-Schüben oder bei chronischen Hautveränderungen kann zusätzlich zur Basistherapie eine Behandlung mit wirkstoffhaltigen Arzneimitteln erforderlich sein. Hier ist vor allem die topische Therapie mit einem entzündungshemmenden Kortison, z. B. als Creme oder Salbe, ein Grundpfeiler der Neurodermitis-Therapie. Moderne Kortisoncremes haben dabei ein günstiges Wirkungs-Nebenwirkungsprofil. Um die gefürchteten Nebenwirkungen wie z. B. eine Verdünnung der Haut zu vermeiden, sollten Kortisoncremes immer nur kurze Zeit und genau nach der Gebrauchsinformation bzw. nach Anweisung des Arztes angewendet werden.

Als wirkungsvolle und gleichzeitig verträgliche Behandlungsalternative zu Kortisonpräparaten stehen seit über zehn Jahren sogenannte Topische Calcineurininhibitoren (TCI) zur Verfügung. Tacrolimus und Pimecrolimus wirken entzündungshemmend ohne die typischen Nebenwirkungen kortisonhaltiger Präparate. Die TCI sind sogar für eine Behandlung über einen langen Zeitraum zugelassen, weil sie die Haut nicht dünner machen. Sie können bereits bei Kindern ab zwei Jahren eingesetzt werden und sind besonders geeignet für empfindliche Körperregionen (z. B. im Gesicht oder in Hautfalten).
In der Vergangenheit wurden diese Substanzen damit in Verbindung gebracht, das Risiko für bestimmte Krebsarten der Haut zu erhöhen. Aus Studien und Nachbeobachtungen von Patienten zeigte sich jedoch, dass es dafür keine konkreten Hinweise gibt.(1)

Weitere Maßnahmen

Ergänzend zu den beschriebenen medikamentösen Therapien gibt es folgende Behandlungsmöglichkeiten:

  • Die systemische Therapie mit Immunsuppressiva vermindert die Produktion von Entzündungsmediatoren. Aufgrund des Nebenwirkungsprofils wird eine solche Therapie nur bei schweren Neurodermitis-Fällen angewendet.
  • Phototherapie: Bestrahlungen mit ultraviolettem Licht.
  • Klimatherapie: Kuraufenthalte im Gebirge oder am Meer helfen, den Hautzustand zu verbessern.
  • Psychotherapeutische Maßnahmen für Patienten, bei denen psychischer Stress eine starke Rolle spielt.

Literaturverweise:

  1. Legendre L et al.; J Am Acad Dermatol. 2015; 72(6):992-1002.

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