Kurz geschnittene Fingernägel sind eine wirksame Maßnahme, um Verletzungen durch Kratzen vorzubeugen.

Behandlung mit Medikamenten

1. Stufe: Wirkstofffreie Basispflege

Neurodermitis-Haut verliert unablässig Wasser und Lipide, da die Barriere gestört ist. Eine Basispflege mit wirkstofffreien Pflegecremes, Salben und Ölbädern gibt der Haut das zurück, was sie verliert und hilft so, die natürliche Barrierefunktion wiederherzustellen. So erhält die Basispflege die Hautfeuchtigkeit und hilft, Krankheitsschübe in Grenzen zu halten bzw. zu verhindern. Die Basispflege wird jeden Tag – auch während schubfreien Zeiten – durchgeführt. Bei einer leichten Ausprägung der Neurodermitis kann schon eine alleinige konsequente Basispflege ausreichen, um die Symptome in Schach zu halten. Die Pflegeprodukte sollten dabei idealerweise keine Duft-, Farb- oder Konservierungsstoffe enthalten.

 

2. Stufe: Entzündungshemmende, medikamentöse Therapie

Während Neurodermitis-Schüben oder bei chronischen Hautveränderungen kann zusätzlich zur Basispflege eine Behandlung mit wirkstoffhaltigen Arzneimitteln erforderlich sein. Hier ist vor allem die topische Therapie mit einem entzündungshemmenden Kortison, z. B. als Creme oder Salbe, ein Grundpfeiler der Neurodermitis-Therapie. Moderne Kortisoncremes haben dabei ein günstiges Wirkungs-Nebenwirkungsprofil. Um die gefürchteten Nebenwirkungen wie z. B. eine Verdünnung der Haut zu vermeiden, sollten Kortisoncremes immer nur kurze Zeit und genau nach der Gebrauchsinformation bzw. nach Anweisung des Arztes angewendet werden.

Als wirkungsvolle und gleichzeitig verträgliche Behandlungsalternative zu Kortisonpräparaten stehen seit über zehn Jahren sogenannte Topische Calcineurininhibitoren (TCI) zur Verfügung. Tacrolimus und Pimecrolimus wirken entzündungshemmend ohne die typischen Nebenwirkungen kortisonhaltiger Präparate. Die TCI sind sogar für eine Behandlung über einen langen Zeitraum zugelassen, weil sie die Haut nicht dünner machen. Sie können bereits bei Kindern ab zwei Jahren eingesetzt werden und sind besonders geeignet für empfindliche Körperregionen (z. B. im Gesicht oder in Hautfalten).

In der Vergangenheit wurden diese Substanzen damit in Verbindung gebracht, das Risiko für bestimmte Krebsarten der Haut zu erhöhen. Aus Studien und Nachbeobachtungen von Patienten zeigte sich jedoch, dass es dafür keine konkreten Hinweise gibt.(1)

Weitere Maßnahmen

Ergänzend zu den beschriebenen medikamentösen Therapien gibt es folgende Behandlungsmöglichkeiten:

  • Die systemische Therapie mit Immunsuppressiva vermindert die Produktion von Entzündungsmediatoren. Aufgrund des Nebenwirkungsprofils wird eine solche Therapie nur bei schweren Neurodermitis-Fällen angewendet.
  • Phototherapie: Bestrahlungen mit ultraviolettem Licht.
  • Klimatherapie: Kuraufenthalte im Gebirge oder am Meer helfen, den Hautzustand zu verbessern.
  • Psychotherapeutische Maßnahmen für Patienten, bei denen psychischer Stress eine starke Rolle spielt.

Literaturverweise:

  1.  Legendre L et al.; J Am Acad Dermatol. 2015; 72(6):992-1002

Nützliche Services für Sie:

Gemeinsam verstehen

Hilfreiche Adressen zu Patienten- und Hilfsorganisationen können Ihnen helfen, mit der Erkrankung umzugehen und sie besser zu verstehen.

Hautbarriere stärken

Erfahren Sie alles Wissenswerte zum Thema Schutz der Hautbarriere mit der dermatologischen Spezialcreme Alfason® REPAIR.

lg: - md: - sm: - xs: - xxs: -