Neurodermitis bei Kindern

Hilfreiche Tipps zum Umgang für Neurodermitis bei Kindern

Diese 10 Tipps für Eltern, deren Kinder an Neurodermitis leiden, sollen helfen, die schubfreien Phasen zu verlängern.

Dazu gehören:

  • Die richtige Behandlung wählen
    Für die Behandlung der Neurodermitis bei Kindern stehen eine Reihe effektiver Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Jedes Kind ist anders, und es kann einige Zeit dauern, bis sie die richtige Behandlung oder die richtige Kombinationsbehandlung für Ihr Kind gefunden haben. Es ist wichtig, dass Sie eng mit Ihrem Arzt zusammenarbeiten Wenn Ihr Kind mit einer neuen Behandlung beginnt, stellen Sie sicher, dass Sie genau informiert sind und zögern Sie nicht, nachzufragen. Zusätzlich können evtl. Schulungs- und Hilfsprogramme wertvoll sein. Patientenorganisationen können Ihnen Informationen über Schulungsprogramme in Ihrer Nähe geben.
  • Richtig Baden
    Für Kinder mit Ekzemen wird oft tägliches Baden, zum Teil mit speziellen rückfettenden Zusätzen, empfohlen. Folgen Sie hier den Anweisungen Ihres Arztes. Das Bad sollte nicht zu lange dauern, das Badewasser lauwarm und die Raumtemperatur im Badezimmer nicht zu hoch sein, da hohe Temperaturen die Haut reizen können. Mit diesen Tipps wird das tägliche Bad auch für Neurodermitiskinder zum Vergnügen.

    Duschgele können die Haut stark austrocknen und sollten vermieden werden. Alle benutzten Produkte sollten hypoallergen und duftstofffrei sein.
    Verwenden Sie beim Abtrocknen das Handtuch sehr vorsichtig und rubbeln Sie nicht. Tragen Sie nach dem Baden unbedingt die Basistherapie am ganzen Körper auf.
  • Jahreszeiten
    Im Sommer können Klimaanlagen, im Winter Heizungsluft die Haut austrocknen. Deshalb ist es wichtig, eine feuchtigkeitsspendende Basistherapie das ganze Jahr über sorgfältig durchzuführen. Auch extreme Temperaturen können die Haut schädigen. Ist Ihr Kind im Winter warm gekleidet und gut geschützt vor der Kälte, kann dies helfen, Ekzemschübe zu verhindern.
    Im Winter sollte das Schlafzimmer Ihres Kindes nicht zu warm sein. Raum und Bettzeug sollten täglich gelüftet werden.
    Bei hoher Pollenkonzentration im Frühjahr kann es hilfreich sein, das Kind jeden Abend zu baden, um alle Pollen wegzuwaschen bevor es zu Bett geht. Im Sommer sollten Sie darauf achten, dass Ihr Kind keinen Sonnenbrand bekommt und dass der verwendete Sonnenschutz für die empfindliche Haut geeignet ist.
  • Nahrungsmittel
    Bei etwa zehn Prozent der Kinder können bestimmte Nahrungsmittel Ekzemschübe auslösen. Die häufigsten „Problemnahrungsmittel“ sind Milch, Eier, Zitrusfrüchte, Schokolade, Erdnüsse, Fisch, Soja und bestimmte Farbstoffe.
    Diese Lebensmittel können bei ca. 10 % der Neurodermitiskinder Schübe auslösen.

    Wenn Sie der Meinung sind, dass ein bestimmtes Nahrungsmittel bei Ihrem Kind einen Ekzemschub auslöst, sollten Sie dies mit Ihrem Arzt besprechen. Er kann eine geeignete Untersuchung anordnen und Ihnen, falls nötig, Ratschläge für eine gesunde Ernährung Ihres Kindes geben.
  • Kratzen unter Kontrolle halten
    Das Kurzhalten der Fingernägel Ihres Kindes trägt dazu bei, die Hautschäden durch das Kratzen zu minimieren.
    Wenn das Kratzen in der Nacht ein besonderes Problem ist, erwägen Sie weiche Handschuhe, die das Kind im Bett trägt. Erklären Sie Ihrem Kind, warum es so wichtig ist, nicht zu kratzen, und sagen Sie ihm, dass das Kneifen der Haut als Alternative dienen kann. Dies kann dazu beitragen, den Schaden an der Hautoberfläche durch das Kratzen gering zu halten. Auch ein kalter Gegenstand auf dem juckenden Hautareal kann den Zwang zum Kratzen vermindern. Häufig hilft das Eincremen der Basistherapie schon gut gegen den Juckreiz. Tipp: Legen Sie eine kleine Tube der Pflegecreme in den Kühlschrank, um damit bei Bedarf die besonders schlimm juckenden Stellen einzucremen.
  • Vorbeugen Lernen
    Ekzemschübe können jederzeit auftreten. Aber durch genaue Beobachtung der individuellen Auslöser und die richtige Behandlung ist es möglich, ihre Zahl auf ein Minimum zu beschränken. Legen Sie ein Tagebuch an, in dem Sie notieren, wann und wo die Ekzemschübe Ihres Kindes auftreten. Suchen Sie nach Regelmäßigkeiten bei dem, was Ihr Kind getan hat oder wo es war, bevor der Schub auftrat, und versuchen Sie so die auslösenden Faktoren herauszufinden. Folgende Fragen können hier helfen:
    • Werden die Hauterscheinungen Ihres Kindes schlimmer, wenn es mit bestimmten Freunden gespielt hat (hat die Familie des Freundes vielleicht Haustiere)?
    • Verschlechtern sich die Hauterscheinungen nach dem Schwimmen oder nach dem Schulsport?
    • Verursachen bestimmte Nahrungsmittel einen Ekzemschub?
    Es sollte jedoch beachtet werden, dass nicht alle Ekzemschübe erkennbare Ursachen haben. Es liegt in der Natur der Erkrankung, dass auch die beste Pflege nicht alle Ekzemschübe verhindern kann.
  • Das Kind mit einbeziehen
    Mit den Jahren wird es immer wichtiger, dass Ihr Kind selbst die Kontrolle über das Management der Neurodermitis übernimmt. Die Unterweisung Ihres Kindes im Umgang mit der Erkrankung kann ihm helfen, soviel wie möglich an normalen kindlichen Aktivitäten teilzunehmen. Denken Sie daran, dass es schwer für ein Kind sein kann, zu verstehen, warum es die Basistherapie sowie andere vorbeugende Behandlungen regelmäßig durchführen muss, auch wenn es sich gut fühlt. Wenn Sie dies sorgfältig erklären, versteht es die Bedeutung dieser Maßnahmen leichter. Sie können sich auch im Familienkreis zusammensetzen und einen Plan machen, was jeden Tag, jede Woche und jeden Monat zu tun ist, um Ekzemschübe zu verhindern.
    Da die Neurodermitis Kinder auch über die Pubertät hinaus begleiten kann, ist es wichtig sie früh mit einzubeziehen.

  • Richtige Kleidung
    Die Kleidung Ihres Kindes ist über viele Stunden des Tages in Kontakt mit der Haut; deshalb ist die Wahl des richtigen Stoffes sehr wichtig. Vermieden werden sollte enganliegende, raue oder kratzige Kleidung. Wolle und einige synthetische Fasern führen besonders häufig zu Juckreiz; Baumwolle und Baumwoll-Mischgewebe sind hier die bessere Wahl.
    In warmen Räumen sollten Mäntel und Pullover ausgezogen werden, damit ihr Kind nicht schwitzt. Auch Etiketten in Kleidungsstücken können Juckreiz hervorrufen und sollten, wenn möglich, entfernt werden. Darüber hinaus kann der Gebrauch von duftstofffreien, hypoallergenen Waschmitteln dazu beitragen, die Hautreizungen durch Kleidung zu vermindern. Ein Verzicht auf Weichspüler hat sich nicht bewährt.
  • Den Lehrer mit ins Boot holen
    Informieren Sie den Lehrer/die Lehrerin oder die den/die Kindergärtner/in Ihres Kindes über die Erkrankung sowie die Schritte, die Sie unternehmen, um Ekzemschübe zu verhindern. Geben Sie dem Lehrer eine Liste mit allen Substanzen oder Aktivitäten, die Ihr Kind vermeiden sollte und erklären Sie den Zweck der rückfettenden Cremes oder Salben (Basistherapie) sowie von speziellen Handwaschmitteln, die Ihr Kind in der Schule benutzt. Sie können den Lehrer auch bitten, diese Informationen an andere Mitglieder des Kollegiums weiterzugeben.

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