Ursachen

Was sind die Auslöser?

Bei der Entstehung von Neurodermitis wirken genetische Veranlagung, Umweltfaktoren, die Psyche und mechanische Reize komplex zusammen.

1. Die genetische Veranlagung

Eine Voraussetzung, um überhaupt Neurodermitis bekommen zu können, ist die genetische Veranlagung. So haben Kinder von Atopikern – also Menschen, die unter Neurodermitis, Heuschnupfen oder Asthma leiden – ein höheres Risiko, an Neurodermitis zu erkranken als Kinder von Nicht-Atopikern. Ein weiterer Beleg für die genetische Veranlagung lässt sich aus der Zwillingsforschung ableiten. Bei eineiigen Zwillinge, die ein fast identisches Erbgut besitzen, erkranken häufiger beide Geschwister an Neurodermitis als bei zweieiigen Zwillingen, die ein unterschiedliches Erbgut besitzen.

Die genetische Veranlagung kann zu einer verminderten Barrierefunktion der Haut führen.

Schematischer Querschnitt gesunder Haut

Unter der natürlichen Barrierefunktion der Haut versteht man einen Schutz vor Austrocknung und vor äußeren Einflüssen, wie z. B. Bakterien, Viren oder Pilzen, aber auch Allergenen, z. B. Pollen. Die äußerste Schicht normal trockener Haut enthält Fette („Lipide“), die als „Dichtmasse“ zwischen Hautzellen dienen und so Feuchtigkeit in der Haut zurückhalten: Wie der Mörtel in einer Mauer halten sie die Steine (= Hautzellen) zusammen.

Aufgrund der genetischen Veranlagung produzieren Neurodermitis-Patienten weniger Lipide. Die Hautzellen halten nicht mehr dicht – die Mauer bröckelt – die Barrierefunktion ist gestört und Feuchtigkeit kann einfacher durch die Haut entweichen. Die dadurch resultierende sehr trockene Haut reagiert überaus empfindlich auf äußere Einflüsse und reißt leicht ein. Zudem können Allergene oder Mikroorganismen leichter eindringen. Die Folge: Die gestörte Barrierefunktion und eine veränderte Reaktion des Immunsystems führen bei bestimmten Veranlagungen zu entzündlichen Hautreaktionen auf eigentlich harmlose Umweltfaktoren.

2. Umweltfaktoren

Neurodermitis ist eine der häufigsten umweltbeeinflussten Hautkrankheiten. Eine Vielzahl von Umweltfaktoren kann – wenn eine genetische Veranlagung vorliegt – einen Ekzemschub auslösen.

  • Allergene (z. B. Pollen, Tierhaare, Hausstaubmilben bzw. deren Kot)
  • Hautreizende Substanzen (z. B. Wolle, raue Kleidung, bestimmte Inhaltsstoffe, z.B. in Kosmetika)
  • Bakterielle Faktoren (z. B. übermäßige Besiedelung der Haut mit dem Bakterium Staphylococcus aureus)
  • Hormonelle Faktoren
  • Klima (z. B. trockene Heizungsluft, Klimaanlagen)
  • Schweiß

Die einzelnen Faktoren können bei verschiedenen Menschen unterschiedliche Auswirkungen haben. In der Regel müssen mehrere Faktoren zusammenwirken, um einen Neurodermitis-Schub auszulösen.

3. Psyche

Wenn Stress „unter die Haut geht“ – die Psyche als Auslöser und Folge einer Neurodermitis gleichermaßen

Psychischer Stress kann bei Menschen mit einer entsprechenden Veranlagung das Auftreten von Ekzemschüben begünstigen. Ebenso kann Neurodermitis die Erkrankten psychisch belasten. Sichtbare Ekzeme führen im sozialen Umfeld manchmal zu ablehnenden oder distanzierten Reaktionen. Sie können außerdem das Selbstwertgefühl negativ beeinflussen und eine starke emotionale Belastung darstellen.


4. Mechanische Reize

Hier steht vor allem das Kratzen im Vordergrund. Durch die gestörte Barrierefunktion der Haut können Reizstoffe oder Allergene leichter eindringen und stark juckende Entzündungsreaktionen auslösen. Die meisten Menschen mit Neurodermitis reagieren darauf mit Kratzen. Das Kratzen verschlimmert die Entzündungen und damit den Juckreiz: ein Juck-Kratz-Kreislauf beginnt, der zu Schlaflosigkeit und daraus resultierender Konzentrationsschwäche führen kann. Dies kann die Leistungsfähigkeit in Schule und Beruf beeinträchtigen.

Schematische Darstellung des Juck-Kratz-Zyklus
Schematische Darstellung des Juck-Kratz-Zyklus

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