Leider gibt es bislang kein einheitliches Testverfahren, mit dem sich die Diagnose Neurodermitis zweifelsfrei erstellen lässt. Deshalb erfolgt die ärztliche Diagnose an Hand der sorgfältig dokumentierten Krankheitsgeschichte (Anamnese), einer eventuellen familiären Vorbelastung und einer gründlichen klinischen Untersuchung.
Zur Diagnose der Neurodermitis hat sich das System nach Hanifin und Rajka (1980) bewährt. Es unterteilt die typischen Anzeichen von Neurodermitis in Haupt- und Nebenkriterien. Treffen mindestens drei Neben- und drei Hauptkriterien zu, lautet die Diagnose Neurodermitis.
Hauptsymptome (mindestens 3 bei Diagnose Neurodermitis)
- Bei Erwachsenen: flächenhafte Verdickung der Haut an Kniekehlen und Armbeugen
- Bei Kleinkindern: Hautveränderungen an Rückseiten von Armen und Beinen
- Chronischer schubweiser Verlauf
- Eigene oder familiäre Allergieneigung (Heuschnupfen oder Asthma)
- Hautveränderungen an charakteristischen Stellen
- Juckreiz (Pruritus)
Nebensymptome (mindestens 3 bei Diagnose Neurodermitis)
- Allergische Reaktionen auf bestimmte Nahrungsmittel
- Allergische Reaktionen vom Soforttyp im dermatologischen Hauttest
- Atopiefalte, eine doppelte Lidfalte unter dem Auge (Dennie-Morgan-Zeichen)
- Ausdünnung der seitlichen Augenbrauen (Hertoghe Zeichen)
- Dermographismus: blutleere helle Stellen nach Druck auf die Haut (z. B. mit den Fingern) bleiben lange erhalten
- Ekzeme an Brustwarzen
- Erhöhte Antikörper-Spiegel (IgE) im Blutserum
- Ersterkrankung im Säuglings-/Kleinkindesalter
- Grauer Star oder kegelförmige Hornhautvorwölbung am Auge (Keratokonus)
- Juckreiz durch Schwitzen
- Kleine Knötchen (Papeln), häufig an Oberarmen oder Beinen (Follikuläre Keratosen)
- Linsentrübung des Auges (Katarakt)
- Neigung zu Hautinfektionen (Bakterien oder Viren)
- Neigung zu unspezifischen Ekzemen an Händen und Füßen
- Trockene Haut (Xerosis) auf Grund gestörter Barrierefunktion
- Trockene Lippen (Cheilitis sicca)
- Unverträglichkeit von Wolle
- Wiederkehrende Bindehautentzündung (Konjunktivitis)